Wer war Samuel Hahnemann?

Christian Friedrich Samuel Hahnemann
Geboren 10. April 1755, gestorben 2. Juli 1843
Seine Kindheit verbrachte der oft kränkelnde Hahnemann in großer Armut. Trotz seiner Hochbegabung hatte Hahnemann deshalb nicht die Möglichkeit, regelmäßig die Schule zu besuchen. Sein strenger Vater verbot ihm zudem das Lesen, was den wissbegierigen Hahnemann jedoch nicht von seinen geliebten Büchern abhalten konnte. Eine Kaufmannslehre, zu der ihn sein Vater im Alter von 13 Jahren zwang, brach er bald ab. Erst nachdem seine Mutter sich für ihn einsetzte, stimmte sein Vater einem Schulbesuch zu. Mit Hilfe eines Stipendiums seines Magisters konnte Hahnemann bis zum 20. Lebensjahr studieren.

Während seines Studiums las er die Schriften von Hippokrates und Galen, griechischen Ärzten und Philosophen. In diese Zeit fiel sein Entschluss, sich in der Heilkunst ausbilden zu lassen.

1775 begann Hahnemann in Leipzig sein Medizinstudium. Er beherrschte zu dieser Zeit bereits acht Sprachen so gut, dass er sich als Privatlehrer sein Studium verdienen konnte. Außerdem hatte er hervorragende Kenntnisse in Botanik und Chemie.

1777 wechselte er an die berühmte Wiener medizinische Universität. Dort wurde er von dem kaiserlichen Leibarzt Dr. von Quarin gefördert. Nach einem kurzen Aufenthalt in Siebenbürgen als Hausarzt des Barons von Bruckenthal kehrte er 1779 nach Erlangen zurück, wo er mit dem Titel „Conspectus affectum spasmodicorum aetiologicus et therapeuticus“ (Ursache und Therapie von Krampfzuständen) die Doktorwürde erlangte.

Hahnemann reiste danach viel und vertiefte sein Wissen. 1782 heiratete er in Dessau die 17-jährige Johanne Küchler, die Stieftochter eines Apothekers. Aus der glücklichen Ehe gingen 11 Kinder hervor.

1785–1789 arbeitete er als Stellvertreter für den erkrankten Stadtphysikus in Dresden. So lernte er sämtliche Krankenhäuser der Stadt kennen. Nebenbei schrieb er medizinische Abhandlungen. Hahnemann begann sich in dieser Zeit immer mehr vom Arztberuf zu distanzieren, weil er erkannte, wie unzulänglich die medizinische Wissenschaft seiner Zeit war.

1789 zieht Hahnemann nach Leipzig um.

1790 übersetzte Hahnemann die Materia Medica von Cullen. Die von Cullen beschriebene Wirkung der Chinarinde bei Wechselfieber faszinierte ihn. In einem Selbstversuch probierte Hahnemann etwas von der Chinarinde und entwickelte zu seiner Verblüffung die Symptome des Wechselfiebers!

Dieses Erlebnis kann man als Geburtsstunde der Homöopathie bezeichnen. Viele weitere Experimente überzeugten Hahnemann schließlich davon, dass eine Krankheit nur dann geheilt werden kann, wenn man einem Patienten ein Arzneimittel gibt, welches beim gesunden Menschen ähnliche Krankheitssymptome hervorruft.

1796 formulierte Hahnemann den berühmten Satz „similia similibus curentur“ (lat.: Ähnliches mit Ähnlichem heilen).

Hahnemann praktizierte jetzt wieder als Arzt und behandelte seine Patienten nach seinem entdeckten Grundsatz. Die Heilungserfolge bestätigten seine Entdeckung. Da Hahnemann jedoch, wie es zu seiner Zeit üblich war, relativ große Dosen der Arzneien verwendete, kam es auch immer wieder zu heftigen unerwünschten Nebenwirkungen bei den Patienten. Hahnemann reduzierte die Dosen und verteilte die Wirkstoffe durch Schütteln oder Verreiben in der Trägersubstanz. Dabei fiel ihm auf, dass die Heilwirkung in einem umgekehrten Verhältnis zur Verdünnung („Potenzierung“) stand. Seine Erkenntnisse veröffentlichte Hahnemann, eine grundlegende Schrift der Homöopathie entstand 1810 unter dem Titel „Organon der rationalen Heilkunde“.

Hahnemann hatte bald viele Anhänger, aber auch viele Feinde unter den Ärzten. Hahnemann spaltete gewissermaßen die medizinische Welt in zwei Hälften.

Seit 1811 hielt Hahnemann Vorlesungen an der Leipziger Universität in Pharmakologie. Als ihm die eigene Arzneimittelherstellung untersagt wurde, verließ Hahnemann Leipzig im Juni 1821. Bis 1835 lebte er dann in Köthen auf Einladung des Fürsten Ferdinand von Anhalt-Köthen. In diese Zeit fiel 1828 die Veröffentlichung „Die chronischen Krankheiten“. Die erfolgreiche Behandlung der Cholera mit seiner Methode verschaffte ihm Anhänger in ganz Europa.

Hahnemanns Lehre beruht ausschließlich auf empirischen Erkenntnissen. Die Wirkung jedes neu gefundenen Medikamentes wurde gründlich und an zahlreichen Patienten erprobt, die Befindlichkeit der Patienten genauestens notiert. Erst dann wurde die Wirkungsweise eines Medikamentes veröffentlicht.

1830 verstarb seine erste Ehefrau, 1835 heiratete er die Französin Melanie d`Hervilly. Mit ihr zog Hahnemann 1835 nach Paris. Hier endlich erntete Hahnemann den wohlverdienten Lohn für seine Forschungen, nach langen Jahren der Armut führte Hahnemann eine erfolgreiche Praxis und verbrachte seinen Lebensabend in Wohlstand.

Bis zu seinem Tod arbeitete Hahnemann an seinem „Organon“ und ließ immer wieder die neuesten Erkenntnisse seiner praktischen Tätigkeit einfließen. Er verfeinerte die Potenzierungen der Heilmittel. In der sechsten und letzten Auflage, die leider nur wenig verbreitet ist und sehr spät veröffentlicht wurde, wandte sich Hahnemann den LM-Potenzen zu.
Am 2. Juli 1843 verstarb Samuel Hahnemann.

 
 

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